Neuauflage der B66n

Streit um die Neuauflage der B66n

Konfliktreiches Projekt: CDU-Abgeordnete Lena Strothmann lobt die Aufnahme in Bundesverkehrswegeplan.

Wählergemeinschaft Bürgernähe übt in offenem Brief heftige Kritik

Bielefeld (aut). Dass die B 66n wieder im Entwurf für den neuen Bundesverkehrswegeplan auftaucht, sorgt für eine Kontroverse in der Bielefelder Politik. Der Bundesverkehrsminister hat die sechs Kilometer lange Trasse vom Ostwestfalendammtunnel aus entlang der Lippe-Bahnlinie bis nach Hillegossen in den vordringlichen Bedarf gestellt. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Lena Strothmann zeigt sich auf ihrer Internetseite "positiv überrascht". Das ärgert die Wählergemeinschaft Bürgernähe, die zum Paprika-Bündnis im Stadtrat gehört. In einem offenen Brief an Strothmann und den CDU-Landtagsabgeordneten Ralf Nettelstroth hält Sprecher Martin Schmelz die B-66n-Pläne "heute für völlig überholt".

Für Strothmann ist die vierspurige B 66n als Ortsumgehung für eine wichtige Stadtringstruktur aus A 33, A 2 und Ostwestfalendamm aus wirtschaftlicher Sicht unverzichtbar, um den regionalen und überregionalen Verkehr in OWL zu lenken. Die Bielefelder Wirtschaft brauche als Oberzentrum im ländlich geprägten Raum eine leistungsfähige Infrastruktur. Außerdem würden die östlichen Stadtteile und die Detmolder Straße entlastet. Schon 2003 habe sie für die Aufnahme der B 66n in den Verkehrswegeplan gekämpft. Jetzt begrüßt sie, dass auch der Ausbau der B 61 bis Rheda-Wiedenbrück, die Ortsumgehung Ummeln sowie der Ausbau der B 66 in Hillegossen-Asemissen vordinglich eingestuft sind.

Bürgernähe fragt in der Erwiderung, ob sich Strothmann erneut persönlich für die B 66n eingesetzt habe und ihr klar sei, dass die Straße mitten durch attraktive Wohngebiete führe und das öffentlich geförderte "Grüne Band" zerschneide. Bürgernähe befürchtet negative Auswirkungen auf Stadtentwicklung, Lärmminderung, Gesundheit und Lebensqualität. Mit diesen Punkten sehe die Nutzen-Kosten-Analyse anders aus.

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