Aus der Presse

NW, 04.05.16

NW, 03.05.16

NW 26.04.16

25.04.16

NW, 06.04.16

Leserbriefe an die NW

Zur Debatte um eine B 66 neu durch die Bielefelder Oststadt haben uns Leser geschrieben (NW vom 25.03.16)

Verlierer in der Überzahl

Dass die B 66n entlang der Lippe-Bahnlinie wieder im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans auftaucht, wundert Robert Wester-Ebbinghaus:

Stuttgart 21 bald auch in Bielefeld? Als ich den Artikel zum geplanten Bau der B 66n las, dachte ich zunächst an einen vorgezogenen Aprilscherz. Doch die Handwerkskammerpräsidentin Lena Strothmann (CDU) scheint es mit ihrer aufrichtigen Freude über die jetzt wieder mögliche Realisierung eines städtebaulichen Monstrums durchaus ernst zu meinen. Sicher gibt es auch bei diesem Projekt wieder Gewinner und Verlierer - doch die Verlierer werden eindeutig in der Überzahl sein.

Ich frage mich, ob es Frau Strothmann entgangen ist, dass die Stadt Bielefeld eigentlich pleite ist. Bekanntlich schafft es der Kämmerer (bisher noch!) nur mit akrobatischen Klimmzügen, sich von einem Nothaushalt zum nächsten zu retten. Und in einer solchen Situation soll die Stadt jetzt schlappe 40 Millionen Euro für eine höchst umstrittene Neubaustrecke aufbringen!? Mal abgesehen davon, dass sich derartige Planzahlen erfahrungsgemäß gerne auch mal verdoppeln. Mich würde interessieren, wer und was zukünftig kaputtgespart werden soll: Theater, Schwimmbäder, Kleinkunstbühnen? Aber auch bei Radwegen und Fahrkarten für Bus und Straßenbahn sind bestimmt noch ein paar Tausend Euro drin! Doch 40 Millionen Euro - ganz einfach mal so - für eine Stadt am Rande der Insolvenz? Das finde ich schon bemerkenswert, wenn ausgerechnet die CDU als eine Partei, die doch sonst so gerne für sich reklamiert, besser mit Zahlen und Geld umgehen zu können als die anderen, jetzt so ein Harakiri-Projekt fordert!

Robert Wester-Ebbinghaus

33607 Bielefeld

© 2016 Neue Westfälische

02 - Bielefeld Ost, Freitag 25. März 2016

Zur Debatte um eine B 66 neu durch die Bielefelder Oststadt haben uns zwei Leser geschrieben (NW vom 30.03.16)

Fassungslos lesen wir, wie der Wiedergänger einer Stadtautobahn Ost auf Betreiben der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans fröhliche Urständ feiert. Gut 100 Millionen Euro Steuergelder sollen einen Tyrannosaurus Flex entstehen lassen, der eine 30 Meter breite, ewig brüllende Betonspur durch das grüne Band ziehen und den fünften Kanton knapp am Maria-Stemme-Berufskolleg und am Stadion Rußheide vorbei zerschneiden will.

Nur damit die Lkw-Flotten der heiligen Logistikbetriebe zwischen OWD-Tunnel und A 2 vier Kilometer Weg sparen gegenüber der vorhandenen Strecke über den Ostring. (...)

Das Projekt wurde nicht von der Stadt Bielefeld eingebracht, sondern direkt von der IHK. Zum Glück beginnt jetzt die öffentliche und parlamentarische Beratung, und die Bielefelder haben einige Möglichkeiten, dieses Unheil von ihrer Stadt abzuwenden.

Jede Bürgerin, jeder Bürger, jeder Verein und jedes Gremium darf bis zum 2. Mai im offiziellen Verfahren zu Sinn und Unsinn des IHK-Projektes Stellung nehmen.

Jens J. Korff

33607 Bielefeld

Verkehrslärm in der Stadt macht krank

Den Bau der B 66n zu betreiben ist organisierte Verantwortungslosigkeit. Nichts rechtfertigt den Bedarf einer vierspurigen, 40 Meter breiten Stadtautobahn, für deren Finanzierung die Bielefelder Bürger 40 Millionen Euro plus Erhaltungskosten aufbringen müssten. Diese Summe ist wesentlich sinnvoller in bezahlbaren Wohnraum investiert oder in den Ausbau und die Sanierung von neuen und bestehenden Radwegen, Grünanlagen und Plätzen in der Stadt.

Stattdessen betreiben Frau Strothmann und die CDU eine gezielte Vernichtung von Wohn- und Lebensqualität in Bielefeld. Sie wollen eine Aufnahme der Planung in den vordringlichen Bedarf im Bundesverkehrswegeplan erreichen. (...)

Diese Stadtautobahn ist keine Ortsumgehung sondern führt mitten durch Bielefeld und zerteilt den gewachsenen Bielefelder Osten, der für Frau Strothmann offensichtlich nicht zum Stadtgebiet Bielefeld zählt.

Diese Autobahn quer durch die Stadt bringt den Bürgern keinen erkennbaren Nutzen, sondern nichts anderes als Lärm und Abgase. Sie zerschneidet den Lutterpark, eine Spiel und Ruhezone, viel genutzt und geliebt vor allem von Familien mit kleinen Kindern. Auch Spielplätze, der Sportplatz Rußheide und die Grundschule Rußheide liegen in unmittelbarer Nähe der geplanten Trasse und wären den Beeinträchtigungen durch den Verkehrslärm ausgesetzt.

Wie auch beim Ostwestfalendamm ist mit Lärmemissionen von mehr als 75 dB zu rechnen. Dieser dauernde Verkehrslärm, vor allem verursacht durch den Schwerlastverkehr, legt sich kilometerweit wie ein Teppich über die Stadt und macht auf Dauer krank. (...)

Mit Konzepten aus der verkehrspolitischen Steinzeit ist keine moderne Stadtentwicklung zu realisieren, die Bielefeld für junge Familien attraktiv machen könnte.

Sabine Nettelstroth

33607 Bielefeld

© 2016 Neue Westfälische

02 - Bielefeld Ost, Mittwoch 30. März 2016


19.04.16

Der östliche Teil Stieghorsts ist jetzt schon umzingelt von Autobahn und Bundesstraße. Verkehrslärm und Staub, verursacht durch die hohe Verkehrsdichte, beeinträchtigen zunehmend die Gesundheit und Lebensqualität der Bewohner. Statt der neuen B 66n, die den ganzen Grünzug entlang der Bahn unwiederbringlich vernichten wird und zu mehr Stau und Parkplatznot in der Innenstadt führen wird, gibt es Alternativen, die 100 bis 150 Millionen Euro in folgende Maßnahmen zu investieren: Die Anbindung des lippischen Umlands an die Stadt Bielefeld im ÖPNV optimieren. Die Bahnverbindung Bielefeld-Lage-Lemgo-Detmold im Viertelstunden-Takt mit Halt an jedem Bahnhof. Mit dem 30- bis 40-Millionen-Anteil, die der Stadthaushalt aufbringen muss, endlich die Verlängerung der Linien 3 / 2 nach Hillegossen zu realisieren und für ein besseren Anschluss an das Industriegebiet entlang der A 2 zu sorgen und sichere Fahrradstraßen Richtung Innenstadt.


Von der Wirtschaft und Handelskammer erwarte ich, dass sie sich für eine intelligente umweltfreundliche Verkehrsplanung einsetzt und sich von den antiquierten Verkehrskonzepten des letzten Jahrhunderts endgültig verabschiedet. Vom Rathaus erwarte ich ein deutliches Nein zu diesem Projekt mit der Aufforderung an die Regionalkonferenz, die B 66n im Bundesverkehrsplan zu streichen. Vom Rat der Stadt erwarte ich, die Trasse aus dem Flächennutzungsplan zu nehmen.


Gerard Brunsperger


33605 Bielefeld

Schauen wir uns die Argumentation einer Befürworterin der B 66n, Lena Strothmann (CDU Abgeordnete und IHK-Präsidentin) an, der ich unterstellen möchte, dass ihr die Stadt sowie der wirtschaftliche Standort Bielefeld am Herzen liegen. Frau Strothmann argumentiert damit, dass die Studenten des Umlandes besser die Universität erreichen können. Muss es nicht eher im Interesse der Stadt sein, Studenten die Stadt so attraktiv zu präsentieren, dass sie ihren Wohnsitz nach Bielefeld verlegen? Die Steuereinnahmen und die Kaufkraft würden dann Bielefeld zugutekommen. Paderborn bietet ihren Studenten eine Anmeldeprämie, um sie an ihre Stadt zu binden und um von ihnen zu profitieren. Frau Strothmann will für die Studenten von außerhalb viel Geld ausgeben, ohne aber von ihnen profitieren zu wollen. Ist dies wirtschaftliches Denken?


Weiterhin führt Frau Strothmann den expandierenden Internethandel an. Die Waren sollen schnell zum Käufer gelangen. Ich frage mich, wer den wirtschaftlichen Nutzen hat. Die Kaufmannschaft der Innenstadt beschwert sich schon jetzt, dass die Käufer nur noch zum Anprobieren in ihre Geschäfte kommen - bestellt wird dann im Internet. Gilt es daher nicht, die Innenstadt attraktiver zu machen, um das Geld in Bielefeld auszugeben, als den Spediteuren, neben den Internethändlern die einzigen Nutznießer dieser Politik, die Wege zu erleichtern?


Wird die Stadtautobahn gebaut, ziehen alle kaufkräftigen Bürger, die von der Autobahn in ihrer Wohnqualität beeinträchtigt werden, ins Umland. Somit fallen Steuereinnahmen und Kaufkraft für die Stadt weg. Ist dies wirtschaftliches Denken? Meiner Ansicht nach ist der Argumentation von Frau Strothmann aus wirtschaftlichem Interesse weder von Seiten der Kaufmannschaft noch von Seiten der Stadt zu folgen. Ich fordere daher dazu auf, die B 66n aus dem Bundeswegeplan zu streichen. Die B 66n ist keine Einbahnstraße! Sabine Jutka


33607 Bielefeld

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